Die Skills, die KI nicht ersetzen kann: Herbstcamps in Zürich, Zug und Luzern, die sie aufbauen
Warum "Nimmt mir die KI den Job weg" plötzlich auch eine Erziehungsfrage ist
Meine Tochter hat mir letzte Woche erzählt, sie will Dermatologin werden. Mein Sohn will Videospiele entwickeln. Ich habe zugehört und dabei gedacht, dass diese Berufe bis sie auf Jobsuche gehen, wahrscheinlich ganz anders aussehen werden als heute.
KI wird bis 2030 voraussichtlich 92 Millionen Jobs weltweit verdrängen. Gleichzeitig sollen 170 Millionen neue entstehen. Niemand, nicht einmal die Autoren dieser Studien, weiss heute schon, auf welcher Seite dieser Rechnung unsere Kinder landen. Die gute Nachricht: Die Fähigkeiten, die darüber entscheiden, lassen sich in einer einzigen Ferienwoche tatsächlich aufbauen.
Was ich nicht erwartet hätte, als ich über die Schlagzeile hinausgelesen habe: Die Antwort lautet nicht "Programmieren lernen" oder "weniger Bildschirmzeit". Sie ist viel konkreter, und sie lässt sich schon diese Woche in Angriff nehmen, nicht erst in zehn Jahren.
Was die Daten von 2026 tatsächlich zeigen
Der Global AI Jobs Barometer 2026 von PwC hat über eine Milliarde Stelleninserate weltweit ausgewertet und ist auf etwas gestossen, das zum Nachdenken anregt: Je schneller Unternehmen KI einsetzen, desto mehr, nicht weniger, zahlen sie für Urteilsvermögen, Kreativität und Führungsqualitäten. Die Aufgaben, die KI am besten kann, die sich wiederholenden, vorhersehbaren, sind genau die, die zuerst automatisiert werden. Was übrig bleibt, und was dadurch wertvoller wird, ist alles, was KI noch nicht gut kann.
Die Studien des World Economic Forum zeigen in dieselbe Richtung. Sie gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren zig Millionen Jobs durch KI verdrängt werden, gleichzeitig aber noch mehr neue entstehen. Die Fähigkeiten, die darüber entscheiden, wer davon profitiert, tauchen dabei immer wieder auf derselben Liste auf: kreatives Denken, emotionale Intelligenz, Anpassungsfähigkeit, ethisches Urteilsvermögen und die Fähigkeit, Ideen aus verschiedenen Bereichen zu verknüpfen.
Nichts davon ist ein Programmierkurs. Nichts davon ist ein Arbeitsblatt. Es entsteht so, wie es schon immer entstanden ist: durch Tun, gemeinsam mit anderen Kindern, in der echten Welt, ohne dass ein Bildschirm das Ergebnis steuert.
Was heisst das konkret für ein achtjähriges Kind?
Es bedeutet, dass die Frage nach der Freizeitbeschäftigung eine spannendere Antwort bekommt. Statt die Herbstferien einfach mit Betreuung zu füllen, lohnt es sich diesen Oktober, Camps als das zu sehen, wo genau diese Fähigkeiten entstehen. Hier zeigen wir, wie vier Camps in der Region Zürich/Zug/Luzern genau das abdecken, was laut Forschung am meisten zählt, plus eine Option etwas weiter weg, falls ihr es richtig angehen wollt.
Futurekids: Mit KI bauen, statt ihr zu unterliegen
Der Unterschied, der in all diesen Studien am meisten zählt, ist nicht Bildschirmzeit gegen keine Bildschirmzeit. Es ist Erschaffen gegen Konsumieren. Ein Kind, das kurze Videos scrollt, und ein Kind, das seinen eigenen Roboter baut oder sein eigenes Spiel programmiert, machen mit derselben "Bildschirmzeit" völlig unterschiedliche Dinge. Bei Futurekids-Camps stehen Kinder auf der bauenden Seite dieser Grenze: Robotik, Programmieren, Videospielentwicklung und 3D-Design, für Kinder von 5 bis 14 Jahren (mit einem Teenager-Track bis 17). Das ist digitale Kompetenz im Sinne dessen, was Arbeitgeber heute suchen, nicht im Sinne dessen, worüber sich Eltern meist Sorgen machen.
Themen & Daten: Robotik-, Programmier-, Videospiel- und 3D-Design-Camps in Zug und Zürich, jeweils vom 5. bis 9. Oktober 2026. Halbtags- und Ganztagsoptionen, ab CHF 335. Für Kinder von 5 bis 14 Jahren.
Futurekids Herbstcamps – Zug | Zürich
Codora: Programmieren, mit der KI-Frage direkt eingebaut
Die meisten Programmier-Camps bringen Kindern nur das Bauen bei. Die Kurse von Codora gehen einen Schritt weiter und behandeln genau das, worum es in diesem ganzen Beitrag geht: Kinder lernen zuerst, echten Code zu schreiben, und dann, warum von KI generierter Code überzeugend aussieht und trotzdem oft falsch ist, und wie man das prüft, statt es einfach zu glauben. Das ist kein Zusatzworkshop, sondern fest im Kurs eingebaut. Es ist die klarste, wörtlichste Version von "Erschaffen statt Konsumieren" auf dieser Liste.
Themen & Daten:
- Coding Essentials I (Jugendliche, ab 7. Klasse), Zürich: echtes textbasiertes Programmieren (Swift), das auf ein Augmented-Reality-Abschlussprojekt hinausläuft. Als 5-Tages-Camp vom 5.–9. oder 12.–16. Oktober, oder als 5 Samstage ab 7. November. CHF 990–1'390, je nachdem, wie früh gebucht wird.
- Programmierkurs Basics (Kinder, 3.–6. Klasse), Zürich: blockbasiertes Programmieren, bei dem jedes Kind sein eigenes spielbares Spiel baut. Als 5-Vormittage-Camp vom 5.–9. oder 12.–16. Oktober, oder als 5 Samstage ab 7. November. CHF 640–890, je nachdem, wie früh gebucht wird.
- Minecraft-Crashkurs mit Game-Design (3.–6. Klasse): ein unverbindlicher Halbtag zum Reinschnuppern, ideal als erster Versuch, bevor man sich für eine ganze Woche entscheidet.
- RoboLab: läuft bereits jeden Samstag seit dem 22. August in Zürich, Semester- oder Schuljahresteilnahme möglich. Bereits gestartet, aber ein verspäteter Einstieg ist möglich, Schnupperlektion auf Anfrage.
Codora Coding Essentials I für Jugendliche | Programmierkurs Basics für Kinder | Minecraft-Crashkurs | RoboLab
Storycraft: Originelles Denken, mit den eigenen Händen gebaut
KI kann in Sekunden ein Bild oder eine Geschichte generieren. Was sie nicht generieren kann, ist die ganz spezifische Vorstellungskraft eines neunjährigen Kindes, das schräge Detail, auf das nur dieses Kind gekommen wäre. Kreative Originalität taucht in der Forschung immer wieder als eine der beständigsten menschlichen Fähigkeiten auf. Im Halloween-Camp von Storycraft, "Creatures of the Night", modellieren, bemalen und bauen Kinder mit Pappmaché, Mod Roc und Mixed Media, entwerfen ihre eigenen Vampire, Monsterpflanzen und Mad-Lab-Kreaturen, mit Halloween-Geschichten, die sich durch die Tage ziehen. Das ist kein Bastelhobby. Es ist echte, originelle kreative Arbeit, genau die Fähigkeit, die in jedem Zukunftsbericht immer wieder auftaucht.
Themen & Daten:
- Halloween Creatures of the Night: 5.–9. und 12.–16. Oktober, CHF 550, ab 5–10 Jahren
- Vampires & Creatures of the Night: 5.–7. und 12.–14. Oktober, CHF 350, 5–10 Jahren
- Mad Lab: 8.–9. und 15.–16. Oktober, CHF 250, 5–10 Jahren
friLingue's Sprachcamps in den Alpen
Wer Sprachenlernen mit einem echten Tapetenwechsel verbinden will, findet bei friLingue Sprachcamps mit Übernachtung in den Walliser Alpen, ebenfalls in den Herbstferien. Zürich, Zug oder Luzern sind das nicht, hier geht es raus aus der gewohnten Region und rein ins Abenteuer. Die Kinder üben ihre Sprache im Alltag statt im Klassenzimmer, lernen neue Leute kennen und werden dabei ein Stück selbstständiger. Genau solche Fähigkeiten wie Anpassungsfähigkeit und der Umgang mit anderen Kulturen sind es, die auch in Zukunft zählen werden, ganz gleich wie weit KI kommt.
Themen & Daten:
Sprachkurse Französisch, Deutsch oder Englisch | Creative Camp, 8–13 Jahre | friLeadership Camp, 12–17 Jahre, und weitere.
Start: 20. & 27. September sowie 4. & 11. Oktober 2026
Ort: Liddes/St. Bernard, Wallis
Preis: CHF 750–1'500, je nach Programm und Dauer
Schöb Events: Ganztägige Aktivitäten & Teamarbeit für eine Welt im ständigen Wandel
Anpassungsfähigkeit ist die Fähigkeit, die auf fast jeder Liste dessen auftaucht, was wichtiger wird, nicht weniger. Nicht, weil es gerade im Trend liegt, sondern weil sich die konkreten Werkzeuge, die Kinder heute lernen, in zehn Jahren ganz anders anfühlen könnten, während die Fähigkeit, sich anzupassen, zusammenzuarbeiten und Probleme spontan zu lösen, bleibt. Das Herbstferienprogramm von Schöb Events ist genau darauf ausgelegt: ein ganzer Tag mit abwechslungsreichen Aktivitäten, Basteln, Aussenaktivitäten und sogar einer Zirkuswoche, bei der Kinder zusammenarbeiten und sich jeden Tag auf etwas Neues einstellen, statt einem festen Ablauf zu folgen.
Themen & Daten:
- Ganztagesbetreuung (8–18 Uhr), 5–13 Jahre
- Treffpunkte in den Regionen Zürich, Luzern und Zug.
- 5.–9. und 12.–16. Oktober 2026, inklusive Zirkuswoche im Circus Filacro vom 5.–9. Oktober.
- CHF 145–153 pro Kind und Tag.
Schöb Events Herbstferien – Region Zürich | Region Luzern & Zug
Worum es eigentlich geht
Das alles heisst nicht, in Panik wegen KI zu verfallen, und schon gar nicht, aus den Herbstferien eine Lebenslauf-Übung für ein achtjähriges Kind zu machen. Es bedeutet etwas Einfacheres: Genau das, was ein gutes Camp schon immer ausgemacht hat, bauen, gestalten, auftreten, im Team arbeiten, ist auch das, was der Arbeitsmarkt der nächsten zehn Jahre am meisten schätzen wird. Man muss sich nicht zwischen "Spass" und "zukunftssicher" entscheiden. Diesen Oktober, für eine Woche, geht beides.
Die Herbstferien dauern in Zürich vom 5. bis 17. Oktober, in Zug vom 5. bis 16. Oktober, in Luzern zu ähnlichen Terminen. Die Plätze in diesen Camps füllen sich. Wer das Buchen bisher aufgeschoben hat: Das ist der Anstoss. Das passende Camp für den Funken eures Kindes aussuchen und anmelden.
PwC 2026 Global AI Jobs Barometer; World Economic Forum Future of Jobs Studie.














