Die vollständige Checkliste für Eltern vor dem Ferienlager
Tageslager oder Übernachtungslager, alles, was eingepackt, gefragt und eingefordert werden sollte. Inklusive der Dinge, die die meisten Listen vergessen.
Ob das Kind zu einem Tagesprogramm in Zürich oder in ein zweiwöchiges Berglager in den Alpen reist — der Stress ist derselbe: Habe ich etwas Wichtiges vergessen? Dieser Leitfaden behandelt Tages- und Übernachtungslager getrennt, zeigt auf, was Lagerorganisatoren rechtlich und ethisch verpflichtet sind mitzuteilen, und schliesst mit Tipps, die die meisten Packlisten nie erwähnen.
Checkliste Tageslager
Kleidung & Ausrüstung
• Bequeme, wettergerechte Kleidung — alles beschriften Bügelaufkleber oder wasserfester Stift innen am Kragen empfohlen.
• Geschlossene Schuhe mit gutem Profil
• Wechselkleidung in einer dichten Plastiktüte Unverzichtbar bei Wasser-, Schlamm- oder Hitzeaktivitäten.
• Leichte Regenjacke oder Poncho
• Sonnenhut mit Krempe
• Badekleidung und Handtuch (bei Wasseraktivitäten)
Gesundheit & Sonnenschutz
• Sonnencreme LSF 50+ bereits zuhause auftragen
• Sonnencreme zum Nachcremen in beschrifteter Flasche
• Altersgerechtes Insektenschutzmittel
• Verschriebene Medikamente mit schriftlicher Dosierungsanweisung Inkl. unterschriebener Elterneinwilligung zur Verabreichung durch das Lagerpersonal.
• Allergieausweis in der Tasche des Kindes
• Kleines Erste-Hilfe-Set, falls nicht vom Lager gestellt (Pflaster, Desinfektionstücher)
Kreativ, sprachlich, sportlich oder technisch – diese handverlesenen Sommercamps haben noch freie Plätze für den Sommer 2026. Aber wartet nicht zu lange mit der Anmeldung.
• Schriftliche Liste aller Allergien und Unverträglichkeiten
Aktivitäten & Freizeit
• Sonnenbrille mit UV-Schutz
• Buch oder Tagebuch Lagerregeln zu Bildschirmzeiten vorab prüfen.
• Schreibzeug für Briefe und Postkarten nach Hause Manche Lager verbieten Smartphones — das Kind rechtzeitig vorbereiten.
• Kleiner Tagesrucksack für Ausflüge
• Taschenlampe oder Stirnlampe mit Ersatzbatterien
• Wiederverwendbare Trinkflasche
Verwaltung & Dokumente
• Alle Formulare unterschrieben und vor Lagerstart eingereicht
• Mindestens 2 Notfallkontakte — einer davon jederzeit erreichbar
• 24-Stunden-Notfallnummer des Lagers gespeichert
• Reise- oder Unfallversicherungsunterlagen (besonders für Auslandsreisen)
• Lagerreglement gemeinsam mit dem Kind gelesen und besprochen
• Abholplan schriftlich bestätigt
Was Lagerorganisatoren verpflichtet sind mitzuteilen
Bevor ihr etwas unterschreibt oder eine Anzahlung leistet, habt ihr Anspruch auf schriftliche Antworten zu allem Folgenden.
RECHT AUF VOLLSTÄNDIGES PROGRAMM Ihr habt Anspruch auf einen schriftlichen Zeitplan mit täglichen Aktivitäten, Betreuungsverhältnissen und allen geplanten Ausflügen für die gesamte Lagerzeit.
BETREUUNGSSTANDARDS Lasst euch das Betreuungsverhältnis schriftlich bestätigen. In der Schweiz sind je nach Aktivität und Altersgruppe typischerweise 1 Erwachsener auf 6–10 Kinder vorgesehen.
MEDIZINISCHE PROTOKOLLE Das Lager muss erklären, wie Medikamente aufbewahrt und verabreicht werden, was bei einem Notfall passiert und welches Spital genutzt wird.
ALLERGENMANAGEMENT Ihr habt das Recht zu erfahren, wie Lebensmittelallergene gehandhabt werden — getrennte Zubereitung, Kreuzkontaminationsvermeidung und Schulungsstand des Personals.
FOTO- UND SOCIAL-MEDIA-EINWILLIGUNG Kein Foto oder Video eures Kindes darf ohne ausdrückliche schriftliche Einwilligung veröffentlicht werden. Berechtigungen prüfen und nach Wunsch einschränken.
KOMMUNIKATIONSREGELN (ÜBERNACHTUNGSLAGER) Fragt genau, wann und wie ihr kontaktiert werdet, wie häufig, und was das Protokoll ist, wenn euer Kind krank wird oder nach Hause kommen möchte.
VERHALTEN UND DISZIPLIN Lager müssen eine klare schriftliche Regelung zu Disziplinarmassnahmen haben — einschliesslich Ausschlussgründen und der Informationspflicht gegenüber den Eltern.
RÜCKERSTATTUNGS- UND STORNORICHTLINIE Holt die vollständige Stornierungsrichtlinie vor der Zahlung ein. Klärt ab, was bei Lagerabsage, Krankheit des Kindes oder eigenem Rücktritt passiert.
Tipps, die die meisten Checklisten nie erwähnen
AUF DIE SCHUHSOHLEN SCHREIBEN Namen des Kindes UND eure Handynummer direkt auf die Schuhsohlen schreiben — mit wasserfestem Stift. Schuhe verschwinden in Lagern häufiger als alles andere.
DER PACKTEST Zwei Wochen vor dem Lager das Kind den Koffer eigenständig packen lassen. Was es einpackt — und was nicht — verrät Ängste, die ihr vor dem Abschied ansprechen könnt.
DIE VERGESSENEN MEDIKAMENTE Antihistaminika, Ibuprofen und ein Mittel gegen Durchfall einpacken — auch ohne bekannte Beschwerden. Natur, neue Speisen und Aufregung bringen überraschende Reaktionen.
DIE NICHT-MITNEHMEN-LISTE Wertsachen, Schmuck und Lieblingskuscheltiere zuhause lassen. Eine Liste erstellen — gemeinsam mit dem Kind entscheiden, was nicht mitkommt.
DER VERSTECKTE ZETTEL Einen handgeschriebenen Zettel oder ein kleines Familienfoto unauffällig in die Tasche legen. Das zufällige Entdecken mitten im Lager ist ein nachgewiesener und wirkungsvoller Trost.
DEN GRUPPENLEITER DIREKT ANRUFEN Vor Lagerbeginn ein kurzes Gespräch mit dem Gruppenleiter anfragen. Ein persönlicher Kontakt reduziert die Trennungsangst bei Kind und Eltern erheblich.
ÜBERNACHTUNGSLAGER UND SMARTPHONES Falls Smartphones erlaubt sind: vorab eine feste Check-in-Zeit vereinbaren und klare Regeln setzen. Heimweh verschlimmert sich erfahrungsgemäss durch unbeaufsichtigtes Social-Media-Scrollen.
NAMENSSCHILDER SIND EIN SICHERHEITSRISIKO Äussere Namensschilder erlauben Fremden, das Kind beim Namen anzusprechen und Vertrauen zu erschleichen. Nur innen beschriften — eingenähte Etiketten oder innen am Kragen.
AKKREDITIERUNG IN DER SCHWEIZ PRÜFEN Private Jugendlager benötigen nicht in allen Kantonen eine staatliche Bewilligung, sind aber an die Jugendschutzrichtlinien gebunden. Gezielt fragen, ob das Lager einem anerkannten Verband angehört — z. B. Swiss Olympic, Cevi, Jubla oder der Pfadfinderbewegung.
Roubini Charitou
Rubini Charitou is a graduate of the Department of Primary Education at the University of Patras in Greece and holds a Master’s degree in School Psychology. She has extensive experience working with children in general education classrooms and STEM Projects, as a shadow teacher, in a Special Education Primary School focusing on new teaching methods, and as an Inclusion teacher in an Experimental Primary School. As an educator and mother of two, she is dedicated to supporting children’s development and helping them reach their full potential. She is a regular contributor to Momizen on topics that cover education, STEM learning, future skills and personal development.